Italien Ostern 2001Bisher hat es nie geklappt im Anschluß an die Toskana einige Tage Rom, obwohl nur 165 km von Saturnia entfernt, anzuhängen. Also planten wir diesmal direkt nach Rom zu fahren, um dort 3-4 Tage zu verbringen. Angesichts des zu erwartenden Osteransturms auf Rom wollten wir aber spätestens Gründonnerstag wieder von dort verschwunden sein. Über Ostern hofften wir irgendwo am Golf von Neapel, z.B. in Sorrento einen ruhigen Stell- oder Campingplatz zu finden, von wo Vesuv, Pompei und Amalfiküste nicht weit sind. Ohne Kids, die diesmal unbedingt zuhause bleiben wollten,
fuhren wir los... rückblickend betrachtet war's eine positive Erfahrung,
mit der alle (wir, die Kids, Omas+Opas) glücklich waren!
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| CAMPING
SOLCIO I-28040 Solcio di Lesa |
BUNGALOW
CAMPING
BACICCIA I-17023 Ceriale |
VILL. CAMPING
NORCENNI GIRASOLE CLUB I-50063 Figline Valdagno |
CAMPING
VILL. TURISTICO FLAMINIO I-00191 Roma |
| CAMPING
SAN FRANCESCO I-25015 Desenzano del Garsa |
CAMPING
LA SFINGE I-19013 Loc. Gea-Deiva Marina |
CAMPING LA
MONTAGNOLA I-53100 Sovicille |
CAMPING
SANTA FORTUNATA CAMPOGAIO I-80067 Sorrento |
| CAMPING
MIRAMARE I-30010 Punta Sabbioni |
CAMPING
HOTEL RESIDENCE CITTÀ DI BOLOGNA I-40127 Bologna |
VILLAGGIO
ITALGEST I-06060 Arcangelo di Magione |
CAMPING
IL SALICE I-87060 Corigliano |
| CAMPING
ALBA D'ORO I-30030 Ca`Noghera-Mestre |
CAMPING TORRE
PENDENTE I-56122 Pisa |
CAMPING
LE MARZE I-58046 Marina di Grosseto |
LA FOCE CAMPING
E BUNGALOWS I-07039 Vsalledoria |
| CAMPING
TURISTICO VILLAGIO DEI FIORI I-180038 Sanremo |
CAMPING MICHELANGELO I-50125 Firenze |
CAMPING I
PINI I-00065 Fiano Roma |
CAMPEGGIO
NURAPOLIS I-09070 Narbolia |
Rom
Dienstag 10.04.2001
Nachdem
wir uns an der Campingplatz-Rezeption mit dem Touri-Tagesticket eingedeckt
haben geht's mit einem verlotterten Graffiti-Zug frühmorgens auf
in Richtung Vatikanstadt. Auf dem Petersplatz sind bereits alle Vorbereitungen
(Bestuhlung, Monitorwände, Absperrungen etc.) fürs bevorstehende
Osterspektakel getroffen.
Zunächst sehen wir uns den Petersdom an, stehen vor der seit einem
Anschlag durch eine Glaswand geschützten Pieta-Skulptur Michelangelos,
die unausgeleuchtet ne Menge von ihrer Faszination verliert. Anschließend
stellen wir uns in die Warteschlange zur Kuppelbesichtigung (EW 7.000
Lire).
Ohne
den Fahrstuhl zu nehmen kommen wir nach so vielen Stufen mächtig
ins Schnaufen und genießen, irgendwann oben angekommen, die Sonne
und den wundervollen Ausblick auf Rom. Übrigens sieht man von hier
oben auch die im Park installierten Sendemasten von Radio Vatikan, die
wegen gesundheits-gefährdender Sendeleistung ins Gerede gekommen
sind. Anschließend machen wir uns auf den Weg zum Musei Vaticani
(EW 18.000 Lire). Wir laufen endlos lange, bevor wir schließlich
in der Sixtinischen Kapelle ankommen. Hier stehen oder sitzen alle, Kopf
im Nacken und bewundern die farbenfrohen Deckenmalereien Michelangelos.
Aufkommendes Gemurmel der Touris, das zuweilen zu lautstarkem Gesprächen
anschwillt, wird zuweilen von lautem "Pssschht" der Museumswärter
gebändigt. Völlig fix und foxy und außerdem hungrig schleppen
wir uns zum Ausgang, gönnen uns aber noch eine kurze Verschnaufpause
im Mac Vatikan und testen vatikanische Pizza. Für heute reicht es
uns... auf zum Campingplatz die letzten Sonnenstrahlen genießen.
Rom
Mittwoch 11.04.2001
Erneut
machen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf zur City. Da wir uns vorgenommen
haben keinen Besichtigungsmarathon zu starten, lassen wir es gemächlich
angehen.
Zunächst steht die Spanische Treppe auf unserem Besichtigungsprogramm.
Vor lauter Menschen gehen Treppenstufen und Blumenpracht fast unter. Zu
Fuß geht es weiter zum Trevi-Brunnen, wo auch wir eine obligatorische
Münze in den Brunnen werfen.
Nach Umrundung des Kolosseum schlendern wir noch durchs Forum Romanum.
Zurück am Trum'le ist mit Sonne tanken erst
nichts, denn ein weiteres Womo hat sich zwischenzeitlich auf unser "Hanglagengrundstück"
zwischen uns und unseren
Nachbarn gequetscht!
... Tisch- und Stühlerücken
ist angesagt!
Rom
- Pompei - Sorrento
Donnerstag 12.04.2001
Knappe
250 km sind es von Rom bis Pompei... dort angekommen sehen wir uns kurz
die dortigen Campingplätze Zeus, Pompei und Spartacus (EW 9.000 Lire,
Kind 6.000 Lire, Womo 10.000 Lire, Strom 3.000 Lire HS) an. Uns ist es
aber in Pompei zu hektisch, die Campingplätze liegen direkt an der
Straße bzw. Eisenbahn und sind recht voll. Wir entschließen
uns daher noch bis nach Sorrento zu fahren, wo wir auf dem Santa Fortunata
Campogaio (Magic-Italy Kette) landen. Etwa knapp einen Kilometer vorher
liegt der International Camping Nube d'Argento, von dem aus es zu Fuß
näher zur Innenstadt ist.
Wir
haben Glück und bekommen in Fortunata ein besonders schönes
Fleckchen auf einer der terrassenförmig angelegten Stellplätze
(38.000 Lire, ermäßigt 34.000 Lire) zugewiesen. Von hier aus
haben wir einen herrlichen Ausblick auf den Golf von Neapel/Sorrento,
die Stadt und den Vesuv und bei klarem Wetter bis nach Neapel ... gleich
hinter der Rezeption links den Weg hinunter und wieder steil hinauf zu
dem terrassenförmig angelegtem Gelände.
Von Olivenbäumen umstanden, direkt vor uns eine alte knorrige Eiche,
sehen wir vom Womo aus den zwischen Capri und Sorrento hin- und herschippernden
Ausflugsbooten zu.
Mit
dem orangefarbenen Regionalbus, der alle 20 Minuten vorm Campingplatz
Richtung Sorrento abfährt, geht's Richtung Innenstadt-Bahnhof (1.800
Lire je Nase). Im Bahnhofskiosk kaufen wir unser Retourticket nach Pompei
(4.600 Lire pro Person).
Ruckend und mit zunehmendem Tempo kreischend und schaukelnd setzt sich
der Zug zur gut halbstündigen Bahnfahrt in Bewegung. Innerorts geht's
teilweise nur wenige Meter an Balkonen und Terrassen der mehrstöckigen
Häuser vorbei... mit freiem Blick ins Wohnzimmer. Außerorts
ziehen sich endlos lange, in schwarze Plastikbahnen eingehüllte Zitronenhaine
direkt links und rechts neben den Bahngleisen entlang. Danach folgen lange
Tunnnelabschnitte, die nur kurze Blicke in manch Hinterhoftristesse offenbaren.
Wir sind froh unser Trum'le stehengelassen und uns die Kurverei und Parkplatzsuche
erspart zu haben.
Während
Barbara zunächst im Bookshop an der Porta Marina in Pompei in Bildbänden
schmökert, besorge ich schon mal die Eintrittskarten (16.000 Lire
pro Person). Besonders angetan sind wir von Büchern, die ausgehend
von aktuellen Fotos der antiken Stätte, eine zeichnerische Rekonstruktion
damaliger Gebäude... mittels überdeckender Klarsichtfolie bieten.
Mit dem uns an der Kasse in die Hände gedrücktem Plan Pompeis
starten wir, unentschuldbar unbelesen, etwas hilflos unsere Entdeckertour.
Keine 200 m hinterm Eingang nutzten wir am Forum die Gelegenheit uns klammheimlich
einer deutschsprachig geführten Gruppe mit italienischer Führerin
anzuschließen. So erhalten wir, zielstrebig geführt und mit
wichtigen Hintergrundinformationen versehen, einen prima Überblick
über alles Sehenswerte wie Wollmarkt, Thermalbäder, Garküchen,
Bäckerei, Villa mit erotischer Wandmalerei... immer wieder eingebunden
in nette Anekdoten zum Leben den Pompeianer/innen... Auf eigene Faust
schlagen wir uns dann noch zum Amphitheater durch und beenden unseren
Besuch bei einer Tasse Cappucino im Straßencafe.
Sorrento
Samstag 14.04.2001
Bereits spät abends hat es angefangen zu stürmen
und heftig zu regnen, was uns gegen 23.00 Uhr veranlasst unser Womo einige
Meter zurückzusetzen. Es rüttelt bedenklich an der alten knorrigen
Eiche und wir haben andauernd den Eukalyptusbaum aus Marokko vor Augen!
Heute Morgen dann dasselbe Bild... Lesetag... für Theo Harry Potter
"Band IV" - für Barbara Petra Hammesfahr "Die
Sünderin".
Angesichts
des strahlenden Sonnenscheins und der heute nur bis 12.00 Uhr verkehrenden
öffentlichen Verkehrsmittel, entscheiden wir uns die Amalfiküste
runterzufahren. Die Besichtigung des Vesuv heben wir uns für später
auf.
Zunächst geht's straßentechnisch noch locker über Massa
Lubrense um die Südspitze herum mit Blick auf Capri ... dann in Positano
wird's bei entgegenkommenden Bussen teilweise recht eng.
Kurz
hinter Praiano entdeckt Barbara vom Womo aus ein kleines Sträßchen,
das von der Küstenstraße zur superschmalen Bucht von Marina
di Praia hinunterführt. Es ist Mittagszeit... angelockt von in der
Sonne leuchtenden Fischerbooten und den gedeckten Tischen eines kleinen
Restaurants kurven wir hinunter. Unten angekommen finden wir auf einem
gebührenpflichtigen (3000 Lire/Std.) PKW-Parkplatz im vorderen, nicht
höhenbegrenztem Teil, einen Stellplatz.
Wir laufen die Hafenmole unterm Felsüberhang entlang bis zur Spitze der Bucht, checken kurz das dortige Restaurant und entscheiden uns dann aber für Bar Mare - Petit Restaurant, in dem wir zu Mittag essen.
Da
die Sonne mittags nur kurz in die kleine Bucht hineinblinzelt, rücken
die Gäste ihren zwischenzeitlich verschatteten Tisch ein paar Meter
weiter, um die Sonne noch ein Viertelstündchen länger genießen
zu können. Dennoch sitzen wir schließlich im Schatten und frieren,
worauf wir uns unters Vorzelt des Restaurant verziehen.
Wein und Fisch sind gut aber nicht reichlich, und dann auch noch mit Amalfi-Aufschlag.
Als Digestif spendiert der Besitzer uns drei Liköre zur Auswahl...
Zitronenlikör, Aprikosenlikör und ne Art Wurzel-Kräuterlikör.
Wir probieren den Limoncello, einen süßsauren 32%igen Zitronenlikör
und nehmen auch gleich eine Flasche davon mit. Wie
sich später zuhause herausstellt, hätten wir mehr mitnehmen
sollen, denn auch unseren Freunden schmeckt der Limoncello ausgezeichnet!
Wieder
auf der Küstentraße halten wir kurz mitten auf dem Viadukt,
das die eindrucksvolle, enge Schlucht von Furore überspannt.
Von hier hat man einen tollen Ausblick auf die zwischen den steil aufragenden
Felswänden malerische liegende Bucht mit den tonnenförmigen
Fischerhäusern. Das Meer, in das der kleine Sturzbach mündet,
dringt hier etwa 100m in die Bucht hinein. Findet man einen Parkplatz
kann man sogar hinunterlaufen.
Unterwegs sichten wir am Straßenrand einen fotogenen Obst- und Gemüsestand,
an dem wir uns mit äußerst schmackhaften Tomaten eindecken.
Hinter Amalfi biegen wir links ab nach Ravello. Nach einigen Kilometern
verengt sich die Straße plötzlich, einen Mittelstreifen gibt's
nicht mehr. Auch bei vorausschauender Fahrweise geraten wir in Situationen,
in denen ich zurücksetzen muß, oder es milimeterweise rechts
am Felsen bzw. links an entgegenkommenden Bussen, Kleintransportern oder
Womos vorbeigeht!
Parkplatztechnisch ist Ravello proppenvoll, so daß wir uns ca. 300
Meter vorm Tunnel einfach an den Straßenrand stellen. Zu Fuß
ist man schnell im Ort, wo es sich bei einer Tasse Cappucino vortrefflich
in der Sonne vorm Dom auf dem Domplatz sitzen läßt.
Um das aus vielen Reiseführern bekannte Foto der beiden Kirchturmkuppeln
knipsen zu können, zahlt man den Eintritt zur Villa Rufolo (EW 6.000
Lire)... nur vom terrassenförmig angelegten Garten der Villa hat
man den phantastischen Ausblick aufs Meer, vorbei an Kuppeln und Kiefer.
Mittlerweile ist es 19.00 Uhr gewesen und wir machen uns auf den Rückweg.
Als wir uns die 5 km nach Amalfi hinuntergequält haben, werden wir
von der policia stradale wieder zurückgeschickt... Osterstau und
Fahrverbot für Trum'les an der Amalfiküste!
Wir sollen über Ravello-Pompei wieder zurück nach Sorrento fahren.
Zunächst geht's auch recht flott, aber ca. 20 km vor Sorrento geraten
wir auch hier in den Rückreiseverkehr mit stop- and go Verkehr. Knapp
drei Stunden, die umsonst gefahrenen 10km hin- und zurück nach Amalfi
mitgerechnet, brauchen wir für die insgesamt nur 45+10 km lange Strecke!
Besonders nervig ist das absolut rücksichtslose Fahrverhalten vieler
Italiener, die entweder vorbeidrängeln oder einen einfach nicht einscheren
lassen.
Auf die Idee jemanden aus einer Seitenstraße den Vortritt zu lassen,
auch wenn der nur in Gegenrichtung fahren möchte, kommt hier keiner!
:-(
Sorrento - Castiglione d. Lago
Montag 16.04.2001
Im Morgengrauen verkünden leise aufs Hochdach trommelnde
Geräusche nichts Gutes für den heutigen Tag. Der Vesuv ist wolkenverhangen,
es gießt in Strömen und wir beschließen den Vesuvbesuch
ad acta zu legen. Nach kurzem Telefonat mit Freunden in München steht
fest... wir werden noch einen mehrtägigen Besuch in München
einlegen, statt hier vergeblich auf besseres Wetter zu warten.
Bei Orvieto verlassen wir die Autobahn, um auf der S71 über Ficulle,
Citta della Pieve nach Castiglione del Lago zu fahren, wo wir übernachten.
Die auf dieser Route im italienischem Stellplatzverzeichnis angegebenen
Plätze werden eifrig von italienischen Wohnmobilen genutzt.
Castiglione d. Lago - München - Gronau
Dienstag - Freitag 17.04. - 20.04.2001
Gegen 20.00 Uhr kommen wir nach ca. 770 km wolkenverhangener
Regenfahrt in München an. Entgegen unserer Befürchtung finden
wir sogar noch einen Parkplatz keine 100m von der Wohnung unserer Freunde,
den wir am darauffolgendem Morgen gegen einen direkt vor der Haustür
gelegenen eintauschen.
Mittwochs blinzelt sogar die Sonne zwischendurch hervor, was uns bei Litermaß,
Sauerkraut und Würstl auf dem Viktualienmarkt sitzend hocherfreut.
Donnerstag vormittag schaue ich noch kurz beim Mercedes-Benz Freizeitpartner
in München-Neuperlach vorbei. Nachdem ich mich 20 Minuten alleine
mit dem dortigen Cook-Austellungsstück beschäftigt habe, taucht
noch immer keiner dieser sonnenverbrannten, mit Plastikbesteck bewaffneten
Experten für die schönste Zeit des Jahres auf... is wohl
in Urlaub... ;-(