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Türkei - Rhodos - Kreta -Peleponnes 2001
War fährtechnisch ne schwierige Geburt, unsere diesjährige
Urlaubsplanung.
Eingezwängt durch Fährabfahrtszeiten waren Aufenthalt und Reiseverlauf
in der Türkei, auf Rhodos, Kreta und dem Peleponnes mehr oder weniger
eng vorgegeben.
Für unseren Geschmack war die Kombination von Bade- und Schnorchelurlaub,
mit gemütlichen Tavernenabenden auf griechischen Inseln und ner Prise
Entdeckerurlaub in der Türkei, im Nachhinein betrachtet, recht gut
gelungen.
Insbesondere die Türkei, mit Abstrichen aber auch Kreta, lohnt einen
eigenständigen Urlaub!
Die Tour so zu planen, dass die Rückfahrt nicht wieder über die
zermürbend lange Strecke via Brindisi (2005km), sondern via Venedig
(1230km) gen Heimat führt, war goldrichtig!
... ganz herzlichen Dank an Jochen und
Susanne (© "Schlampampitag"), Horst, sowie Rolf und Rita
für deren Türkeitipps!!!
Karte Türkei-Rhodos-Kreta, bitte anklicken!
_________>>> (zur
Reiseliteratur)
_________>>> (Infos
zu den benutzten Fähren... Fahrtzeiten, Preise)
Gronau - Brindisi
Donnerstag - Samstag 05.07.-07.07.2001
Stau vorm Gotthard... die Schweizer haben eine etwas eigenwillige Methode
entwickelt, die Autobahn für Pkws freizumachen. Ab 17.00 Uhr haben
Lkws scheinbar Fahrverbot und werden ca. 50 km vorm Gotthard rechts rausgewunken.
Zur Übernachtung auf Stand- und rechter Fahrspur verdonnert, stehen
die Brummis pulkweise kilometerweit auf der Autobahn. Zähfließender
Verkehr und Stau sind die Folge :-(
Unsere
erste Übernachtung nach 863km in Bellizona Nord, direkt neben der
hellerleuchteten Tanke... Zurrgurt zwischen Fahrerhaustüren! Nach
Badestop in Fano... zweite Übernachtung am Hafen von Manfredonia
(921km). Wir stehen zwischen Castello und Leuchtturm auf einem Superparkplatz
unter Palmen, wenige Meter vom Strand entfernt (Parkplatz von 20.00-8.00
kostenfrei, danach 1000L pro ora). Nach gemütlichem Frühstück
und gemeinsamen Bad im Meer brechen wir auf. Die restlichen 222km bis
Bari fahren wir auf der Landstraße direkt am Meer entlang, nur unterbrochen
von einem kurzem Badestop unter Schnorcheleinsatz in Torre Canne.
Dem
Hinweisschild Costa-Morena in Brindisi folgend, finden wir zum
Check-In des Med-Link-Line Schalters direkt im Hafengebiet. Ne gute Stunde
verbringen wir damit, in der Warteschlange vorm Schalter zu stehen, die
anschließende Zoll- und Passkontrolle dauert keine fünf Minuten.
Vor der Fähre direkt vor uns dann zwei Womos mit stattlichem Überhang.
Erst im zweiten Anlauf gelingt es ihnen, die steile Auffahrrampe hinaufzukommen...
beide setzen, trotz untergelegter Matten, heftig auf.
Um einen der heißbegehrten Stellplätze unter freiem Himmel,
oder an der Schiffsaußenseite auf der Agios Andreas zu ergattern,
nutzt es wenig ganz vorn in der Womowarteschlange zu stehen. Hilfreich
ist da schon eher unser lautstarker Protest, oder ein kleines Bakschisch
(vornehm "Trinkgeld"), wie wir feststellen müssen. Im Gegensatz
zu den riesigen Camping an Bord-Fähren, die zwischen Italien
und Griechenland verkehren, ist das Camper-Deck der Agios Andreas, mit
nur 19 Womos und 6 Pkws, vergleichsweise winzig.
Ach ja, der Zustand des Schiffes... Asbach uralt, alles dick mit Farbe
übertüncht, der Feuerlöscher vorm Womofenster ist seit
einem Monat überfällig... die Winde der Auffahrrampe musste
vor der Abfahrt noch geschweißt werden... :-(
Die auf dem Schiff beim boarding eingesammelten Pässe kann man anderntags
ab 17.00Uhr an der Rezeption abholen, wobei man auch gleich die für
die Türkei notwendigen PKW-Zollpapiere ausfüllt... ca. 13,-DM
Obolus.
Cesme/Pamucak
Sonntag - Montag 08.07.-09.07.2001
Frühmorgens um 06.45 Uhr, als wir in Cesme einschippern, liegt Nebel
über der Stadt... ähmm, ist wohl doch eher Mückenspray,
das per Lkw-Kanone über die Stadt verteilt wird... hust, hust!
Ne gute Stunde brauchen wir, mit Grüner Versicherungskarte, Pässen
und Womo-Einfuhrdokumenten bewaffnet, um die Zoll- und Ausweiskontrollen
zu passieren und anschließend Sprit und Bargeld in Cesme Town zu
bunkern.
In
Pamucak fahren wir auf den direkt am Meer liegenden Campingplatz Dereli.
Nach kurzem Verhandeln können wir noch zum Vorjahrestarif (10 MioLire
statt - 2001:EW4,5/KD2,0 MioLire) übernachten.
Hinterm properen Sanitärgebäude finden wir im Schatten großer
Eukalyptusbäume ein lauschiges Plätzchen... außer uns
verlieren sich auf dem großen Areal nur noch eine Handvoll weiterer
Womos.
Abends laufen wir zum palmenbestandenen Sandstrand, vorbei am gemütlichen
Restaurant, um die Abendstimmung bei untergehender Sonne zu genießen.
Pamucak/Ephesus/Tavsanburnu
Dienstag 10.07.2001
Heute
ist die Besichtigung von Ephesus angesagt. Auf dem Parkplatz (1,5 MioLire)
stehen wir neben Touribussen, die von geschäftstüchtigen Türken
gleich dutzendweise gewaschen werden... natürlich fragt man auch
uns.
Nachdem wir uns durch die Souvenirshops vorm Eingang (7MioLire/EW-3MioLire/KD
Eintritt) gequält haben, geht's zum Amphitheater.
Amüsiert beobachten wir eine japanische Besuchergruppe, deren Frauen
weiße Spitzen- bzw. Baumwollhandschuhe, einen Fächer in der
einen und einen Sonnenschirm in der anderen Hand tragen.
Wir bummeln weiter auf der Marmorstraße am Bordell vorbei zur Celsus
Bibliothek.
Belustigend
die Geschichten der Führer rund ums Gemeinschaftsplumsklo, denen
zu Folge Frauen nur Zugang hatten, wenn im Winter die Klobrillen vorgewärmt
werden mussten und gerade kein Sklave verfügbar war :-(
Um das obligatorische Foto mit Blick auf die Celsus Bibliothek zu schießen,
laufen wir die Kuretenstraße bis hoch zur oberen Agora. Es ist brütend
heiß! Wir sind froh, auf dem Rückweg ein schattiges Plätzchen
unter Bäumen, gleich neben einigen Bodenmosaiken, zu finden.
Der Gedanke, gleich mit angeworfener Klimaanlage und ner kalten Cola im
Trummle sitzen zu können, beschwingt unsere Schritte.
Besichtigungsmüde werfen wir auf der weiteren Fahrt nur einen kurzen
Blick auf die Ruinen von Milet, das durch seine beeindruckende Lage auf
einer Bergkuppe ins Auge fällt... gegenüber Ephesus vergleichsweise
wenig Touristenrummel.
In Tavsanburnu, auf dem Campinggelände ? (3MioLire), mit Übernachtungsplätzen
auf dem Parkplatz direkt am Strand, nächtigen wir. Unser Stellplatz
ist schattig und nur wenige Meter von Stranddusche, Umkleidekabinen und
feinsandigem Strand mit schilfgedeckten Sonnenschirmen entfernt. Besonders
angetan sind unsere Kids von den beiden schwimmenden Badeinseln, die unweit
des Strandes in der Bucht dümpeln... hier bleiben wir!
Zum eigentlichen Campingplatz, im hinteren Teil des weitläufigen,
umzäunten Campingplatzgeländes, gehört noch ein Restaurant
mit Minimarkt.
Tavsanburnu - Didima -Tavsanburnu
Mittwoch 11.07.2001
Während
Barbara und Marie schon frühmorgens ins Meer baden gehen... soll
angeblich supertoll sein... dösen Gudi und ich noch vor uns hin.
Sichtlich gutgelaunt machen sich die beiden danach mit Elan daran den
Frühstückstisch zu decken.
Rechtzeitig zur Spülaktion verdrücken sich unsere Kids natürlich
schnell ins Meer... intensiver Badeinsel-Test.
Wir kommen in der Zeit kurz mit unseren Nachbarn, ner Familie in einem
Karman T3, ins Gespräch. Um nicht, wie auf der Hinfahrt den nervig
langen Landweg über Ipsala in die Türkei nehmen zu müssen,
haben sie die Fähre nach Chios gebucht. Laut türkischem Reisebüro
die günstigste Verbindung, um von der Türkei aus die bereits
gebuchte Fähre nach Italien (Patras-Ancona) via Piräus zu erreichen.
Für ihr nur ca. 5,5m langes Womo haben sie nur 150,- US-Dollar bezahlt...
incl. Hafengebühr und 4 Personen???!
Nachmittags besuchen wir einen Markt kurz vor Dididma, um uns mit Grillfleisch,
Obst und Gemüse zu versorgen. Auch ohne Türkischkenntnisse klappt
die Verständigung... zwecks Bezahlung hält man uns einfach den
gewünschten Betrag in Münzen oder Scheinen unter die Nase :-)
An den Ruinen von Didima legen wir wiederum nur kurzen Fotobeweisstop
ein, bevor es zum Grillen zurück zum Campingplatz geht.
Tavsanburnu - Milet - Aphrodisias
Donnerstag 12.07.2001
Über Milet geht's wieder zurück, am Flusstal des Menderes
entlang, durch eine von Obst- und insbesondere Gemüseanbau geprägte
Landschaft. Die Tomatenernte ist in vollem Gange. Frisch gepflückt
werden die Tomaten auf dem Feld in Kisten verpackt und auf Anhänger
gestapelt, die dann per Traktor zu Sammelpunkten entlang der Straße
gefahren werden, wo die Kisten noch mal auf Lkws umgeladen und abtransportiert
werden. Neben den Tomatenfeldern gibt es Melonen, Paprika und Peperonianbau.
Obsttechnisch leuchten uns Pfirsiche, Orangen, Zitronen und Granatäpfel
entgegen.
Zwischendurch
kommen wir immer wieder an Storchennestern vorbei, deren Bewohner sich
von den hin- und herdüsenden Traktoren unbeeindruckt zeigen.
Mittlerweile ist unser Tank fast leer und wir suchen nach einer günstigen
Tanke. Dabei müssen wir feststellen, dass die uns anlockenden Preistafeln
durchweg anno Tobak zum letzten Mal aktualisiert worden sind und nicht
mit dem Zapfsäulenpreis übereinstimmen.
Zwischen Karacasu und Geyre kehren wir zum Essen ins idyllische Gartenrestaurant
Elmas ein. Während wir auf der Aussichtsterasse unterm Sonnenschutz
sitzen und essen, verdüstert sich der Himmel und ein heftiges Gewitter
bricht über uns herein. Aus dem neben der Terrasse fließenden
Bächlein, der über einen kleinen Wasserfall in die Schlucht
des Dandales plätschert, wird ein lehmfarbener, rauschender Sturzbach.
Zwei Forellenteiche am Fuße der Terrasse, aus denen der Wirt seinen
frischen Speisefisch bezieht, laufen binnen Minuten über und die
Forellen ergreifen, zum Leidwesen des Wirtes, die Flucht.
Nachdem
es langsam beginnt aufzuklären, fahren wir weiter, um auf dem Parkplatz
des nur wenige km entfernt liegenden Aphrodisias-Hotel zu übernachten.
Bei Einkehr ins vergleichsweise ungemütliche Restaurant ist die Übernachtung
kostenlos, ansonsten... 3MioLire incl. Dusche/Strom.
Madame Nicole, die Herrin des Hauses, zeigt uns zwei ihr zugelaufene zuckersüße
Hundewelpen, die sie uns als Mitbringsel ans Herz legt.
Unsere Kinder sind natürlich begeistert... zum Glück haben wir
aber nur ein klitzekleines Womo :-))
Aphrodisias - Denizli - Pammukale
Freitag 13.07.2001
Heute geht's zu den Ruinen von Aphrodisias... wobei die schwüle
Hitze das Besichtigungsvergnügen etwas beeinträchtigt. Schatten
sucht man größtenteils vergebens... Stadium und Tetrapylon
(Eingangstor) fanden wir am imposantesten.
Tipp: ... nicht direkt auf dem Parkplatz vor der Ausgrabungstätte
in praller Sonne (2MioLire), sondern kurz hinterm Abzweig von der Hauptstrasse
im Schatten hoher Bäume parken und 400-500m zum Eingang laufen.
Auf dem Weg nach Pamukkale auf der Panorama-Terasse des Sahintepesi Restaurant,
mit tollem Ausblick auf die Ebene von Denizli, gegessen.
In
Pamukkale fahren wir die 2. Auffahrt hinterm Dorf Richtung Karahayit den
Berg hinauf, zahlen 11 MioLire Eintrittsgeld (spätabends kontrolliert
allerdings niemand mehr) und suchen uns zunächst einen schattigen
Stellplatz.
Der Platz direkt vorm Thermalbad ist staubig und voller Reisebusse. Hinterm
Touristen-Info-Büro gibt es einen großen asphaltierten und
nachts beleuchteten Parkplatz.
Etwas weiter, in den Überbleibseln einstiger Hotels/Poolanlagen,
finden wir, direkt am oberen Rand der Sinterterrassen, den hier lebensrettenden
Schatten unter Kiefern, Palmen und Eukalyptusbäumen.
Später
stürzen wir uns dann, zwecks "Erfrischung", ins 35°C
warme Wasser des Thermalbades (5MioLire EW/2MioLire KD).
Zweieinhalb Stunden halten wir es in dem von Palmen umstandenen Quellteich,
mit den im Wasser verstreut herumliegenden Säulenresten, aus.
Ein bisschen kommt's uns vor wie in Sekt zu baden, denn das Wasser prickelt
vor lauter aufsteigenden Gasbläschen, v.a. in der Nähe der Quelle.
Dass sich die Bläschen dabei an die Hauthaare legen finden wir witzig.
Leider dürfen unsere Kinder dort nicht hinschwimmen und wegen der
im Wasser herumliegenden Säulen auch nicht ins Becken springen.
Als es schon langsam dunkel wird und wir noch draußen vorm Womo
sitzen, spricht uns einer der Motorradguides, die für die Campingplätze
im Tal werben, an.
Nach 22.00 Uhr sei es verboten hier zu übernachten und zudem gefährlich...
Blödsinn!
Die etwa 200m vom Touristoffice entfernt liegende Tourist-Police fährt
allstündlich mit dem Mountainbike Streife und man darf übernachten!
Pammukale - Antalya - Bedebi
Samstag 14.07.2001
Nach
morgendlichem Erziehungsdisput (u.a. elterlicher "Spül- und
Frühstücksservice" für unsere Kids... die sind jetzt
jeden dritten Tag dran!!!) und gemeinsamer Riesen-Spülaktion, ziehen
wir los zu den Sinterterrassen... Barbara, angesichts des nervenden Disputes
und der Hitze, nur widerwillig.
Barfuß laufen wir den Hang hinunter, legen bzw. stellen uns ins
in voller Montur ins Wasser während eine leichte Brise etwas Abkühlung
bringt... was auch Barbaras Laune bessert! Nervig die weggeworfenen Zigarettenkippen,
Coladosen und leeren Pet-Flaschen unterwegs.
Nach unserem "Bad" geht's weiter Richtung Antalya... erster
Eindruck von einem Aussichtspunkt unmittelbar vor der Stadt... Großstadtmoloch!
In Antalya düsen wir zwecks Fotoshooting kurz zum alten Hafen herunter,
wo reger Schiffsverkehr ein- und auslaufender Ausflugsboote herrschst...
idyllischer Anblick!
In Beldebi, wo neben dem ClubMed viele andere all-inclusive-Burgen ihr
Ressort haben, sehen wir uns den Campingplatz Ermann an. Zugegeben, der
tiefblau leuchtende Pool übt eine magische Anziehungskraft auf unsere
verschwitzen Gemüter aus! Leider ist der Preis (17,2MioLire) in unseren
Augen völlig überzogen. Außerdem müssen wir, meint
der recht unfreundliche Campingplatzbesitzer, für die zuvor mit seinem
Angestellten ausgehandelte Ermäßigung eine CC-Karte besitzen.
Der ADAC-Ausweis reiche nicht... nun gut, dann eben nicht!
Am Ortsausgang von Beldibi finden wir einen gerade erst wiedereröffneten
einfachen Campingplatz ? (4 MioLire), wo man uns freundlich aufnimmt...
ausschließlich türkische Camper, noch provisorische Schlauchdusche
am Strand... eher unser Ding!
Beldebi - Finike - Antalya
Sonntag 15.07.2001
An
der Steilküste, direkt hinter Finike, entdecken wir eine der schönsten,
tief eingeschnittenen Badebuchten im weiteren Verlauf der Küstenstraße.
Später gibt es noch 2-3 weitere touristisch aufbereitete Badebuchten
mit Parkplatz, Restaurant, Sonnenschirmverleih etc. und einige wenige,
tief unten liegende, türkis schimmernde Buchten.
Mit Schnorchelausrüstung, kalten Getränken und Fotoapparat etc.
ausgerüstet klettern wir den Hang zur Bucht hinunter, wo wir uns
ne gute Stunde im Wasser vergnügen. Ein wahrer Genuss. Dann zurück
zum Womo... duschen - Theo: "Schei..., hier war jemand drin (ganz
ruhig)! Da hat jemand eingebrochen!"
Das Fahrerseitenfenster ist eingeschlagen und unser Trummle voller Glassplitter
- aber es fehlt nichts :-) !!! Offensichtlich sind wir gerade rechtzeitig
vom Strand zurückgekommen.
Während wir damit beschäftigt sind die Glassplitter wegzufegen,
hält ein Motorradpolizist neben uns und fragt, ob wir Hilfe brauchen.
Freundlich-eifrig schleppt er uns zum Polizeibüro, wo der Einbruch
aufgenommen werden soll. Wir werden in ein Zimmer geführt, wo man
uns geklaute Handys, Damenhandtasche, Digitalkamera und Bargeld in verschieden
Währungen vorlegt.
Sie hatten wohl gerade jemanden auf frischer Tat ertappt. Filmreif wird
uns ein "bad man" als potentieller Dieb, durch einen von hinten
durchsichtigen Spiegel, präsentiert. Wir können ihn natürlich
nicht identifizieren.
Unser dringlichstes Problem... "Bekommen wir in der Mercedes-Benz
Vertretung in Antalya eine Ersatzscheibe?", wird kurzerhand aber
langwierig telefonisch gecheckt.
Soweit wir den Polizeibeamten verstehen, können wir auf dem Mercedes-Benz
Kundenparkplatz übernachten. Die Security wird uns einlassen und
die Scheibe kann Montag morgen eingebaut werden! Fein!!!
Im Nachhinein kommt uns die anschließende Bitte des Polizisten etwas
merkwürdig vor. Wir sollen mit ihm zum Ortstermin noch mal zum Tatort
zurückkehren, wo wir unser Womo genau an der Einbruchsstelle parken.
Hier wird der Verdächtige offensichtlich zum Tathergang befragt und
gibt augenscheinlich an, mittels einer Zündkerze die Seitenscheibe
eingeschlagen zu haben. Daraufhin wird er gleich an Ort und Stelle in
Handschellen abgeführt, um für mindestens ein halbes Jahr hinter
Gitter zu verschwinden.
Zum Abschied entschuldigt sich der Polizist dafür, dass es, wie überall
auf der Welt, auch in der Türkei schlechte Menschen gibt.
Unsere Klima ist mit fehlender Seitenscheibe völlig überfordert
und es ist auf der Fahrt nach Antalya brüllend heiß im Womo.
Der freundliche Security-Service an der chromblitzenden Mercedes-Benz
Niederlassung erwartet uns schon... wir können WC, Wasserspender
und den Gartenbewässerungsschlauch zwecks Abkühlung benutzen...
der Platz wird in unsere Stellplatzempfehlung aufgenommen! Die Nacht bei
offenem Fenster geschlafen, wohlbehütet vom Security-Dienst
Antalya - Strand von Patara
Montag 16.07.2001
Etwa
gegen 7.00 Uhr treffen türkischer Werkstattbesitzer und deutscher Werkstattleiter
ein, begrüßen uns und fragen, was passiert ist. Letzterer bestätigt,
was die Polizei uns schon erklärte: dass Einbrüche nur selten
vorkämen, viel häufiger hingegen seien da Unfälle! Um 10.45
Uhr ist die Scheibe drin und wir fahren Richtung Strand von Patara.
Mittagspause am Hafen von Kale. Hier liegen 35 Holzboote der Sea-Cooperative
vor Anker und warten auf die busseweise anrollenden all inclusive Urlauber
aus Antalya und Umgebung. Zu wenige Touris sind angesichts der Temperaturen
bereit ihr Ressort zu verlassen, um die Felsgräber von Myra zu besichtigen
und anschließend eine Bootstour nach Kekova, zur versunkenen Stadt
mit Badepausen, Besichtigung einiger Felsenhöhlen etc., zu unternehmen...
klagen die Bootsbesitzer.
Unser erster Versuch über Gelemis zum Strand von Patara zu kommen scheitert,
da man zum Schutz der Meeresschildkröten nur bis 20.00Uhr am Strand
bleiben darf und zudem Eintritt fällig ist (4 MioLire EW).
Zweiter Anlauf:
Über
eine 6 km lange Schotterpiste fahren wir durch Dünengelände erneut
zum Patara-Strand. Wir finden verlassene Touri-Ruinen und einen ins Meer
mündenden Fluss. Nicht besonders angetan von diesem Platz probieren
wir es am anderen Ende der Bucht noch mal. Tatsächlich, nach etlichen
km durch plastikbespannte Gewächshäuser... die letzten km auf
Schotterpiste, stehen wir vor einer Womoansammlung neben einer provisorischen
Taverne. Wir übernachten direkt an einem schilfumsäumten Flüsschen,
dessen kaltes Wasser eine willkommene Erfrischung bietet. Etwa 200 m weiter
mündet der Fluss ins Meer und man steht in der Meeresbrandung am Strand
von Patara.
Nach Einbruch der Dämmerung überfallen uns Moskitoschwärme.
Die Kids: "Hier gibt es eine Mücken-Fliegen Kooperative... nachts
stechen einen die Mücken und tagsüber setzen sich die Fliegen
auf die aufgekratzten Mückenstiche!"
Strand von Patara - Kale/Myra - Küzükkargi (bei Göcek)
Dienstag 17.07.2001
Nach frühmorgendlichem gemeinsamen Bad im kühlem Bach, mit
Ausnahme von Gudi, die es den ganzen Urlaub nicht gebacken bekommt früh
aufzustehen, machen wir auf der Fahrt Richtung Fethiye einige Abstecher:
Pinara Felsengräber... fast wären wir an dem kleinen Hinweisschild
vorbeigefahren. So rumpeln wir die recht steile und sich in vielen Serpentinen
um den Berg windende Schotterpiste hinauf. Dabei übersehen wir, dass
an einem kleinem Häuschen mit Mini-Parkplatz der Weg eigentlich endet
und es von dort nur noch 10-20km durchs Gebirge geht. Der Ticketverkäufer
vom Parkplatz, von wo es hinauf zu den Felsengräbern geht, düst
uns mit seinem Moped hinterher, um uns auf unseren Irrtum aufmerksam zu
machen... nett!
Eine Klettertour hinauf zur eindrucksvollen Felswand entfällt angesichts
der 49°C Außentemperatur.
 Die
Sakklikent-Schlucht ist touristisch voll erschlossen! Schon kilometerweit
vorher säumen Restaurants die Straße. Allerdings stürzen
sich fast alle Besucher auf das unmittelbar am Fluß, vorm Schluchteingang
liegende Hauptrestaurant. Hier sitzt man unterm Schilfdach auf Terrassen,
die auf in den Fluss getriebenen Pflöcken ruhen... darunter rauscht
der eiskalte Fluss hindurch. Leider ist der Blick auf den Schluchtausgang
von der unmittelbar davor verlaufenden Autobrücke verschandelt.
In den Canyon (Eintritt:700.000 Lire/EW-400.000 Lire/KD) gelangt man über
einen schmalen Steg an der Felswand, oberhalb des tosenden Baches, der
zu dem idyllischeren Restaurant innerhalb der Schlucht führt. Von
hier geht es nur noch weiter, wenn man durch den eisigen Fluß watet,
um in den rechten, nur von einem Wasserrinnsal durchflossenen Teil der
Schlucht, zu kommen. Schattiger, leichter Kletterspaziergang in der zusehends
sich verengenden Schlucht, bis total verblockte Stellen zur Umkehr zwingen.
Den Strand von Ölu Deniz streichen wir aus unserem Programm...
dank sei Einbrecher.
Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz kommen wir erst im Dunkeln
am Camping Küzükkargi an... dichtgedrängt stehen hier die
Steilwandzelte türkischer Familien unterm schattigen Dach der Amberbäume.
Einige Familien haben sogar ihren riesigen Kühlschrank von zu Hause
mitgebracht. Im Schein der Glühbirnen wird Rummikub gespielt; in
den zwischen den Bäumen gespannten Hängematten schlafen Kinder.
Unmittelbar am Strand der Mini-Market mit Parkplatz, dahinter Spielhölle
und Live-Musik einer 2 Mann-Band... tolle Atmosphäre!
Wir stehen im Ganz-Tag-Schatten hoher Kiefern und Eukalyptusbäume,
mit freiem Blick auf den Strand.
Küzükkargi - Ekinci - Sultanye Thermen
Mittwoch 18.07.2001
Mittagspause
am etwas schwer zu findenden Yuvarlakcay-Restaurant, wo wir frische Bachforellen
essen. Abzweig auf der Strecke Fetihye-Köyecegiz hinter einer Brücke
bei Beyobasi... gemütliches Lokal mit Terrasse überm plätscherndem
Gebirgsbach.
Irrfahrt um den See von Köycegiz... irgendwie verpassen wir die richtige
Abfahrt zu den Sultanye Thermen und fahren bis hinter das Sultan Palas
Hotel mit Supi Pool. Aber wo sind die Schlammbäder, wo die Therme?
Wir beschließen umzukehren und zunächst die landschaftlich
sehenswerte Strecke hinunter zur Ekinci-Bucht zu fahren. Mittlerweile
wird in der Bucht auch in der zweiten Reihe alles mit Ferienhäusern
zugebaut. Es gibt einen öffentlichen Picknickstrand mit Duschen,
für den Eintritt verlangt wird... leider ist die Sonne schon früh
hinterm Berg verschwunden und irgendwie gefällt es uns hier nicht
besonders.
Im zweiten Anlauf finden wir endlich die Sultanye Thermen. Vorbei an Badehaus
und Restaurant geht es zum geschotterten Stellplatz der Thermen direkt
am See (6MioLire incl. Bad in der Therme). Über den See kommen Ausflugsboote
und bringen Touristen, die in der Schwefelquelle baden und anschließend
ins Restaurant einkehren. Es ist mückig und schwülwarm. Unsere
Klima läuft zwischendurch und kurz vorm Schlafengehen noch mal im
Stand.
Sultanye Thermen - Mugla - Marmaris
Donnerstag 19.07.2001
Nach
fast unerträglich schwüler Nacht stürzen wir uns morgens
zur Abkühlung in den lauwarmen See. Kaum wieder draußen...
Schreck lass nach... entdeckt Gudi im See eine Wasserschlange, die sich
durchs Schilf schlängelt... upps! Sollen laut Auskunft des Thermenbetreibers
aber völlig harmlos sein... notfalls badet man halt am Anleger.
Zum Frühstück gibt es frisch gebackenes Brot von der kleinen
Bäckerei auf dem Gelände der Therme. Gebadet und vor sich hingeschwitzt
wird im Badehaus, nach Männlein und Weiblein getrennt, stündlich
wechselnd.
In Mugla ist heute Markttag und wir wollen uns reichlich mit Obst und
Gemüse eindecken, bevor es morgen nach Rhodos geht. Angelockt von
einem der kleinen Esslokale am Marktplatz verprassen wir unsere letzten
türkischen Lire für Sis Kebab. Wir probieren auch Ayran, der
bei unseren Kids geschmacklich allerdings durchfällt.
In Marmaris suchen wir zunächst einen kostenlosen Parkplatz... schwierig!
Nordöstlich vom Yachthafen werden wir fündig und machen uns
sofort auf den Weg zum Fährbüro von Yesil Marmaris (direkt an
der Hafenpromenade), um unsere reservierten Tickets abzuholen. Auf Theos
Nachfrage bekommen wir sogar noch einen kleinen Nachlass! Für schlappe
800,-DM Cash (statt 850,-DM) erstehen wir unsere Tickets.
Unser kurzer Bummel durch die Souks leidet etwas unter Devisenmangel...
so entschließen wir uns, noch einen schönen Badeplatz zu suchen.
Etwa 8-10 km in südöstlicher Richtung außerhalb von Marmaris
findet sich ein hübsches Fleckchen unter Kiefern direkt am Strand.
Zwecks Übernachtung fahren wir jedoch zum Fährhafen zurück.
Marmaris - Rhodos -Stenga
Freitag 20.07.2001
Außer
uns stehen nur noch drei weitere Pkws frühmorgens vor der Zollabfertigung.
Bevor es auf die winzige Fähre geht, sind die üblichen Reiseformalitäten
zu erledigen, was ne knappe dreiviertel Stunde dauert.
Die Fähre ist "ausgebucht"... es passen nur 4 Autos drauf!
Schon das Auffahren über untergelegte "Holzbohlen" in der
Stärke unserer Frühstücksbrettchen ist ein Erlebnis. Unser
Womo ist zu lang und die Heckklappe geht nicht vollständig zu.
Das Schiff fährt mit Volldampf los und wir staunen bloß. Als
wir nach einer knappen Stunde das offene Meer erreichen, fängt es
heftig an zu schaukeln. Nur gut, dass es bis Rhodos nur noch ne Stunde
ist.
Vorbei an den Windmühlen des Mandraki Yachthafens und dem Großmeisterpalast
von Rhodos schippert unser Bötchen in den Fährhafen ein, taucht
unter den Leinen eines gigantischen Kreuzfahrtschiffes hindurch, um direkt
vor dessen Bug am Kai festzumachen.
Damit
wir es hinter uns haben, besorgen wir uns gleich nach Ankunft Tickets
für die Fährüberfahrt nach Kreta. Womo-Tickets sind nur
direkt im LANE-Büro ausstellbar und hier merkwürdigerweise auch
etwas günstiger als in den Buchungsbüros von DANE/CFGA am Hafen.
Man geht einfach die Papagou road hinauf, vorbei am Touristenbüro
auf der rechten Straßenseite... (6.500DR/EW, 3.300DR/KD, 55.800DR/Womo
- ca. 320,-DM).
Wir verlassen Rhodos Stadt und fahren die Küstenstraße entlang
auf der Suche nach einem schönen Stellplatz für die Nacht. Vorbei
an den Faliraki Betonburgen klappern wir Tsambikas-Bucht und Anthony-Quinn
Bucht ab... genau wie uns, dürfte es die meisten Besucher wegen des
Namens letzterer in diese Bucht verschlagen. Dem Charme der beiden Buchten...
Liegestühle, Sonnenschirme, Mietwagen und Moped Ansammlung können
wir widerstehen.
Wir landen schließlich im Fischerdorf Stenga und stehen direkt an
der Uferpromenade unter einer Laterne neben den Strandduschen. Die zwei
in unserem Reiseführer empfohlenen Restaurants schräg gegenüber
erweisen sich als Busabladeplätze abendlicher englischer "Moonlight
Madness"-Bustouristen... laut und abfütterungstechnisch!
Es ist heiß, um 22.00 Uhr sind es noch 32,5°C!
Stenga - Eptá Pigaé (7Quellen) - Stenga
Samstag 21.07.2001
Schlampampitag... die Stranddusche ist nur 3m entfernt, gleich gegenüber
ein kleiner Minimarkt. Baden, schnorcheln, im Trummle dösen oder
lesen und zwischendurch den Touris, die auf Ausflugsbooten für 2
Stunden ankern, zusehen. Im Gegensatz zum Trubel in der Tsambikas Bucht
geht es hier eher beschaulich zu, ein paar Ausflugsboote, abends einige
Busse, dazwischen wenig los.
Erst spät nachmittags raffen wir uns auf, um die 7Quellen zu besuchen...
ne gute Entscheidung, denn die meisten Touris haben bereits den Rückmarsch
angetreten. Die Kids sind weniger von den eigentlichen Quellen angetan,
sondern vielmehr vom 182m langen, nur schulterbreiten, ca. 170m hohen
und stockdusterem Wassertunnel. Im Gänsemarsch stolpern wir zu viert
durchs knöchelhohe kalte Wasser... o.k., wir schummeln etwas. Marie
und Gudrun stapfen mit Taschenlampe vorweg, aber als letzte in der Reihe
tappen Barbara und ich voll im Dunkeln. Noch vorm Lichtschacht, auf der
Hälfte der Strecke, haben wir "regelwidrigen Gegenverkehr"...
man kommt sich näher! Am Ausgang des Tunnels fließt das Wasser
über eine kleine Betonrutsche in einen größeren Wassergraben.
Marie rutscht, natürlich rein versehentlich ;-), aus... und schwupps,
plumpsen beide Kids über die Rutsche hinein ins kühle Nass.
Die zuhauf im Wassergraben dümpelnden PET-Flaschen stören die
Idylle etwas!
Zwecks Übernachtung wieder zurück nach Stenga, wo wir, vorm
Trummle unter unserer Laterne lesend, noch von all inclusive Urlaubern
des Club "porto angeli" angesprochen werden. Unsere Kids sind
ganz neidisch auf deren zwei Zwockels... neben Getränken gibt's auch
Eis all inclusive!!!
Stenga - Charaki - Kalathos Beach - Lindos - Asklipeon - Gennadion
Sonntag 22.07.2001
Kurz vorm Dorf Charaki, mit Blick auf die Überreste einer Festung,
zweigt links eine Schotterpiste ab. Über einen Hügel führt
die Piste zum feinsandigen Sandstrand, eingerichtet auf Surfer und Badetouristen...
Stellplatzübernachtung kein Problem. Auf der Suche nach einer Entsorgungsmöglichkeit
landen wir am Ende der sichelförmigen Bucht von Charaki... wundervoller
Blick auf die Strandpromenade mit zahlreichen Tavernen, Cafés...
nur ein WC findet sich nirgends.
Erst in Kalathos-Beach entdecken wir einen Sanitärkomplex des Hotels
"Atrium Palace" unmittelbar am Strand...
Hinter der nächsten Bergkuppe dann der wirklich sehenswerte Ausblick
auf Lindos, die Akropolis und die Bucht von Lindos. Von hier oben wirkt
der Ort relativ beschaulich und ruhig. Unten am Strand hingegen drängeln
sich die Badehandtücher und in den Gassen souveniersuchende Touris.
Mutig düsen wir mit dem Womo runter ins Dorf, statt oben auf dem
riesigen Parkplatz an der Straße zu parken. Nachdem ich meine drei
Grazien am Kreisverkehr um den alten Baum rausgelassen habe, findet sich
am Straßenrand, auf halben Weg zum Strand, tatsächlich ein
kostenloser klitzekleiner Parkplatz. Unsere Kinder suchen eifrig nach
kleinen Schmuck-Souvenirs und werden tatsächlich fündig.
Auf dem Weg nach Asklipeon halten wir an einer weißgetünchten
Kapelle, aus dessen Wasserhahn wir unsere Frischwasservorräte auffüllen.
Die Kirche aus dem 11 Jh. in Asklipeon ist sehenswert! Fresken, u.a. von
der Schöpfung und der Vertreibung Adams und Eva aus dem Paradies.
Unsere Kids zünden die obligatorische Bienenwachskerze an.
Für heute endet die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht
am Hausstrand von Gennadion unter Tamarisken... gleich neben zeltenden
griechischen Nachbarn, einer Taverne und der Stranddusche. Vorm Zubettgehen
rege Mückenjagd.
Gennadion - Kattavia - Prasonison
Montag 23.07.2001
Gegen Mittag treffen wir in Kattavia ein, parken im Schatten eines weiß
blühenden Oleanderbaumes und kehren auf der pittoresken Platia in
eine der vier Tavernen zum Mittagessen ein. Den meisten Touris geht es
wie uns. Nach etwas unschlüssigem Rumstehen entscheiden wir uns für
eine der beiden besser besuchten und idyllisch von Bäumen beschatteten
Tavernen.
Unsere Wahl ist aber nicht genial! Das Essen wird lieblos serviert, ist
schlecht gewürzt und die Pommes sind kalt und zudem nicht richtig
durch! Der "echte" Koch ist wohl nicht zu Hause und der junge
überfordert.
Deswegen trinken wir unseren Nescafé danach auch gleich gegenüber
bei Astasia, an dessen Brunnen wir auch unsere duschreduzierten Frischwasservorräte
auffüllen dürfen.
Weiter geht's zum südlichsten Punkt von Rhodos. Nördliche und
südliche Bucht von Prasonison sind fest in Hand von Surffreaks (Essauira,
Gythio, Tarifa... -Aufkleber), die sich mit ihren Womos auf einen längeren
Aufenthalt eingerichtet haben. Am Strand liegen aufgeriggt (?) zahllose
Segel, die abends zum Trocknen rund ums Womo verteilt werden. Zwischen
den Womos ein Camping-Verbotschild, das als Wäscheleinenständer
missbraucht wird. Gegen 18.00 Uhr leert sich der Strand allmählich
von den per Pkw und Roller eintrudelnden Badegästen.
Wir stellen uns so mittig zwischen zwei Womos, dass beidseitig noch ca.
3 Meter Abstand bleibt. Offensichtlich haben wir uns aber in eine Segeltrockenzone
gestellt, denn unsere just von der beach zurückkehrenden französischen
Nachbarn sind nicht davon angetan, ihre Segel nun 5m weiter vors Womo
schleppen zu müssen!
Prasoníson - Fánes
Dienstag 24.07.2001
Morgens stürzen wir uns gleich in die tolle Meeresbrandung, immer
auf der Hut vor den um diese Zeit noch übenden, nicht so versierten
Surfern (z.T. mit Paraglidern). Nach ausgiebigem Geplansche duschen wir
in dem etwas versteckt liegendem, weiß getünchten Gemäuer,
hinter der Windmühle von Louis Bar... etwas brackig das Duschwasser.
Auf der anschließenden kleinen Rundtour über Apolakkía-Istros-Profiliá-Arnitha
versuchen wir vergeblich ein idyllisches Kafeníon mit Amstel meze
zu finden.
Vorbei an den Resten der Burgruine Kastéllos, die wunderschön
auf einem schroffen Felsklotz thront, windet sich die Strasse weiter bis
zum Kap Fornoi, einer idyllischen Badebucht. Wer einen nachts einsamen
gelegenen Stellplatz unter Kiefern sucht, wird hier fündig.
Wir kommen durch Siana, einem Bergdorf mit schöner Platia und moderner
Kirche. Gegenüber dem Dorfplatz, direkt an der Durchfahrtsstraße,
sitzen einige alte Männer des Dorfes in einer Taverne und beobachten
den Touristrom. Was sie wohl über die umherlaufenden, teilweise nur
mit Badehose bekleideten Touris denken?
Irgendwie ist bzgl. Stellplatzsuche heute der Wurm drin... Kap Fornoi
war uns zu einsam, die Mole von Kamirós Skála idylltechnisch
auch nicht gerade der Renner. Den Strand von Soroni, mit Blick auf die
weißrot geringelten Abgastürme des Elektrizitätswerkes
der Insel, finden wir auch nicht einladend!
Am Strand von Fánes finden wir endlich, direkt neben einer Bank
unter Tamarisken, unweit der obligatorischen Strandduschen, einen Stellplatz.
Wir kehren in die gleich gegenüber liegende Taverne ein... mein Schwertfisch
war suppi.
Fánes
Mittwoch 25.07.2001
Schlampampitag... viel gelesen, gedöst und gebadet. Zwischendurch WC-Entsorgungsmöglichkeit
im öffentlichen Klo am Hafen erkundet... und Frischwasserzapfstelle
am ummauerten Brunnen gleich vor der Hafeneinfahrt entdeckt.
Fánes - Embonas -Fánes
Donnerstag 26.07.2001
Heute starten wir zu einer kleinen Rundtour und besichtigen die Weinkellerei
Emery in Embonas, wo wir uns mit 12 Flaschen Weißwein (plus 1 Gratisflasche)
und 2 Litern ausgezeichnet schmeckendem Ouzo eindecken. Durch ausgedehnte
Nadelwälder geht es zum Profitis-Ilias-Berg. Bzgl. der Beschreibung
der byzantinischen Kirche Agios Nikolaos Fountoukli und ihrer Fresken scheint
uns unser Reiseführer etwas übertrieben.
Zuckerkringelpause am Ortseingang von Eleonisa, wo wir einen einladenden,
ca. 25m durchmessenden Pool-Brunnen entdecken, in den die Kinder sich zwecks
Abkühlung kopfüber stürzen.
Zurück in Fánes ergibt sich ein nettes Gespräch mit der
Frau unserer österreichischen Womo-Nachbarn, die wir unterwegs schon
mehrmals gesehen, aber nicht angesprochen hatten. Wie sie uns später
per Email berichtet, sind sie weiter nach Kos (... hat ihnen besser als
Rhodos gefallen!) und Bodrum... Fähre hinüber auch hier sehr klein,
sehr teuer!!! Gerne würden sie mal mit dem Womo nach Marokko fahren,
aber ihre Erfahrungen in Ägypten schrecken sie bisher davon ab. Tunesien
sei kein Problem.
Fánes - Schmetterlingstal -Stenga -Fánes
Freitag 27.07.2001
Gerade ausgiebig das Tal der Schmetterlinge besichtigt (900DR/EW...
Kinder gratis). Überall an den Felsen und Bäumen kleben tausende
von Schmetterlingen, die farblich mit ihrer Umgebung verschmelzen. Nur
wenn sie in kleinen "Wolken" auffliegen leuchten die Flügel
weithin sichtbar. Wir entdecken aber auch noch bunt schillernde Eidechsen,
Wasserkrebse, Wasserschildkröten, Riesenlibellen, Heuschrecken...
all das in wunderschöner Idylle entlang eines gurgelnden Bachlaufes.
Zum Schnorcheln fahren wir noch mal nach Stenga. Eigentlich wollten wir
hier auch übernachten, aber angesichts kaum auszuhaltender Temperaturen
von über 40°C fahren wir die 30km quer über die Insel wieder
zurück nach Fánes. Hier kommen wir gerade noch rechtzeitig
zum Sonnenuntergang an. Gegenüber der Südküste ist es hier
mindestens 5-6°C kühler! Noch lange sitzen wir draußen
im Schein der Laterne und lesen.
Fánes - Rhodos Stadt
Samstag 28.07.2001
Heute
morgen Schlampampilesen... Marie hat eine Spielgefährtin am Strand
aufgetan, die mit ihren Großeltern unterwegs ist. Auf unserer Bank
kommen wir ins Gespräch. Erstaunt hören wir von ihrer selbstorganisierten
Amerikareise mit dem Evergreen-Club.
Dessen Mitglieder sind über 50 Jahre, größtenteils über
Nordamerika verteilt, aber auch zunehmend auf der ganzen Welt. In Privatunterkünften
der Mitglieder kann, nach vorheriger Absprache, für nur $15 pro Paar
(incl. Frühstück) übernachtet werden (Jahresbeitrag fürs
Paar $75).
Im Gegenzug muss man dann auch mal Besucher bei sich Zuhause aufnehmen.
Es soll auch ne Organisation für "jüngere" Leute ab
40 geben?!
Auf dem Weg nach Rhodos machen wir unterwegs Einkäufe für die
12stündige Fährüberfahrt nach Kreta, entsorgen unser Abwasser
am Busparkplatz des Flughafens und schrauben uns noch zum Aussichtsberg
Akropolis Ialysos hinauf. In Rhodos parken wir am Yachthafen, mit Aussicht
auf die im Wasser dümpelnden Luxusyachten und den Windmühlen
an der Hafenmohle.
Die Kinder übernehmen das Packen - zuvor haben sie schon Listen vorbereitet,
was alles in die Rucksäcke hinein muss. Während Gudi und Marie
mit Packen beschäftigt sind, brechen wir zum nächtlichen Bummel
ins quirlige Rhodos auf.
Wir schlendern umher und verlaufen uns abseits der Haupttrampelpfade total
in dem Gassengewirr.
Dann zurück zu den Kids, aufräumen und auf zum Hafen. Überraschung
- es gibt Camping an Bord, wir können im Trummle pennen... zum Leidwesen
unserer Kids!
Rhodos Stadt- Sitia (Kreta) - Vai
Sonntag 29.07.2001
... die Nacht an Bord war o.k. Nur frühmorgens, als ich zweimal
von den Anlegemannövern in Chalki und Karpathos wach werde, windet
es heftigst! Vorsichtshalber schließe ich die Seitenfenster im Hochdach
bevor sie wegfliegen und die Gischt hineinsprüht. Die übrige
Crew bekommt davon natürlich mal wieder nichts mit!
Ursprünglich hatten wir Agios Nikolaos gebucht, wollen jetzt aber
schon in Sitia raus. Unglücklicherweise parkt uns im nächsten
Hafen aber ein Suzuki zu...
Ne gute Stunde und zwei Schiffsdurchsagen später - in Sitia öffnet
sich die Ladeluke bereits - fährt der nette Suzukifahrer seine Karre
beiseite.
In Sitia findet sich sogar am Sonntagnachmittag noch ein Reisebüro,
das geöffnet hat. Buchen geht um 15.30 Uhr zwar nicht mehr, aber
einen Fährprospekt incl. Preisliste für die Fahrt von Kissamos
nach Gythio kann ich auftreiben... beruhigend!
Auf
dem Weg zum Palmenstrand von Vai machen wir einen kurzen Zwischenstop
am Kloster Toplon.
Fährt man am Abzweig anstatt Richtung Vai 2km weiter geradeaus, gelangt
man zu drei kleineren Stränden. Auf diese hat man von der asphaltierten
Straße, die den nordöstlichen Zipfel Kretas erschließt,
einen wunderschönen Ausblick. Den einzig zugänglichen Stellplatz
direkt am Strand der letzten Bucht, der vom Untergrund fest genug war,
hatte leider schon ein italienisches Womo besetzt.
In Vai parken wir nicht direkt am fast vollbesetzten riesigen Parkplatz
(Womo - 24Std./2000 Dr), sondern auf Tipp des Parkplatzwächters etwas
vorher direkt am Straßenrand (kostenlos).
Der Strand ist wirklich schön, aber ziemlich überlaufen! Um
sich das Salzwasser abzuspülen gibt es eine stark frequentierte Stranddusche
- Shampoo verboten. Dafür gibt's extra das WC- und Duschhäuschen
am Parkplatz (50Dr). Übernachtung dann wenige hundert Meter zurück
auf dem Busparkplatz.
Vai - Kato Zakros
Montag 30.07.2001
Den
Vormittag verbringen wir mit Schnorcheln und Baden am Palmenstrand...
dabei freundet sich Marie mit nem österreichischen Mädchen an.
Beide unternehmen, bei ablandigem Wind, eine ziemliche abenteuerliche
Schnorcheltour... obwohl zigmal erklärt, vergisst Marie in forscher
Begleitung jegliche Vorsicht. Als die beiden Zwockels, für unseren
Geschmack recht weit draußen, keine Anstalten machen zurückzukehren,
schwimmen Barbara und Varina's Vater hinterher... rechtschaffend groggy
erreichen alle vier sicher den Strand.
Über Palekastro, wo wir uns mit Zuckerkringel versorgen, geht's durch
die Olivenhaine um Zakros hinunter durch trostlose Felslandschaft zum
Strand von Kato Zakros. Angelockt von einer lauschigen Taverne, die Touris
mit "fruchtdekorierten" Tamarisken ködert, kehren wir zum
Essen ein. Leicht "beschwingten" Schrittes steuern Barbara und
ich mit den Kids zurück zum Womo, wo wir noch bis in die Nacht hinein
schmökern.
Kato Zakros - Xerókambos - Mochlos - Thoplos - Kritsa
Dienstag 31.07.2001
Heute
starten wir zu einer ausgiebigen Entdeckertour... kurz hinter Kato Zakros
nehmen wir einen trampenden griechischen Opa mit. Der war wohl Kräuter
sammeln... das ganze Trummle duftet nach Thymian. Kurz vor Zakros zweigt
rechts die Schotterpiste nach Xerókampos ab... trotz schlechter
Ausschilderung und teils katastrophaler Piste finden wir durch Olivenhaine,
kahle Karsthänge und entlang einer tief eingeschnittenen Schlucht
irgendwie zur Asphaltstraße zurück.
Über Sitia, wo wir unsere Fährüberfahrt von Kissamos nach
Gythio buchen, uns am Hafen ver- und entsorgen, geht's die Küstenlinie
entlang nach Mirsini. Hier legen wir auf einem Panoramaparkplatz, mit
Aussicht auf die Küste, Mittag ein. Weder in Mochlos - enttäuschend
- noch Thoplos Beach - nett, leider schmutziges Meer - findet sich ein
Übernachtungsplätzchen. Kurz vor Sonnenuntergang entscheiden
wir uns deswegen, noch ins Gebirge nach Kritsa zu fahren.
Gleich am Ortseingang werden auf dem öffentlichen Parkplatz stellplatztechnisch
fündig und starten, nachdem sich meine Grazien etwas fein gemacht
haben, zum Gang durch den Ort. Wir schlendern den letzten Tagestouris,
die den Ort nun verlassen, entgegen. Allmählich räumen die Tourishops
ihre Devotionalien ein. Die Einheimischen sitzen vor den Hauseingängen
auf der Straße oder in den Kafeníons... wir gesellen uns
bei Amstel meze und gesalzenen Erdnüssen mit Coke dazu.
Kritsa - Panagía i Kerá - Lasithi Hochebene - Thrapsano
- Kastros
Mittwoch 01.08.2001
Bevor
es uns in die Lasithi-Ebene treibt, besuchen wir noch die Kirche Panagía
i Kerá. Die Wandmalereien (fotografieren verboten), aber auch der
äußere Anblick des Kirchleins lohnen den Besuch.
Auf dem etwas schwierig zu findenden Weg in die Lasithi-Hochebene, kurz
vor Zenia, ein dicker Tourishop mit Café und Minimarket incl. Parkplatz.
Nur wenige hundert Meter weiter sitzt ein Opi vor seinem Haus, grüßt
freundlich, während er auf seiner Veranda Holzlöffel schnitzt...
zwischen den zum Verkauf aufgereihten Holzlöffeln hängt ein
Vogelkäfig.
Barbara
ist ganz begeistert von den Vorgärten entlang der Straße. Vor
den Haustüren Birnen-, Apfel-, Pflaumen-, Kirsch-, und Pfirsichbäume...
viele Walnussbäume, vereinzelte Hasel und Esskastanie.
Zunehmend zieht sich die Lasithi Hochebene mit dicken Wolken zu, die sich
scheinbar an den Berggipfeln festkrallen. Nur wenige der einst die Ebene
dominierenden Windmühlen verrichten noch ihren Dienst, die meisten
sind verfallen. Wir geraten in einen Beerdigungszug auf dem Weg zum Friedhof,
allen voran der Pope. Die Sicht bei unserer Fahrt ins Tal beträgt
teilweise nur 10-20 Meter, irgendwann bricht die Wolkendecke dann aber
auf und die Sonne strahlt vom Himmel.
Im
Töpferdorf Thrapsano machen wir einen kurzen Stop. Aus transportechnischen
Gründen müssen wir vor den halbmeterhohen, tönernen Vorratsgefäßen
und riesigen Blumentöpfen kapitulieren. Wir begnügen uns mit
einigen Schälchen bunt glasierter Kleinkeramik.
Da sich heute trotz endloser Suche kein schöner Stellplatz findet,
übernachten wir einfach mitten im unscheinbarem Dorf Kastros bei
Keratokambos. Zur Abkühlung stürzen wir uns alle noch mal zu
einer nächtlichen Badeaktion ins Meer... Dusche mal wieder gleich
nebenan.
Kastros - Zaros - Matala - Kalamaki Beach
Donnerstag 02.08.2001
Heute
machen wir einen Abstecher nach Zakros, wegen der zahlreichen Quellen
berühmt für sein Mineralwasser und seine Forellenzucht. Zwar
lockt uns der idyllisch vor einer Felswand liegende Quellteich oberhalb
des Dorfes mit seiner Taverne, auf Empfehlung kehren wir aber in die Taverna
Votomos ein.
Der Tipp war gut, die frisch gefangenen Forellen schmecken ausgesprochen
lecker.
Matala Beach ist abschreckend voll, außerdem ist campen auf dem
Parkplatz verboten... der gleich nebenan liegende Campingplatz soll 5300
Dr kosten (öffentl. WC zwischen Parkplatz und Campingplatz!).
Wir versuchen unser Glück eine Bucht weiter, am Kommos Strand. Auf
dem "Naturparkplatz" mit tief ausgewaschenen Erdrinnen fährt
sich eine französische Familie mit ihrem Mietauto fest... erstmals
tritt unser Klappspaten in Aktion... hat sogar ge"klappt".
Am Strand sehen wir das erste mit Hinweistafeln und Absperrungen versehene
Meeres-Schildkröten-Gelege. Angesichts Sandstrahlgefahr, heftiger
Brandung und des pfeifenden Windes nur bedingt als Stellplatz geeignet...
nicht genial. Kalamaki Beach übernachtet...
Kalamaki Beach - Akoumia - Triopetra - Préveli - Plakias
Freitag 03.08.2001
 ...
keine Lust zu schreiben. Die Hitze macht selbst den Marktbesuch in Timbaki
zu keinem reinen Vergnügen. Aber Marktbesuch ist immer gut. Marie
bekommt, wie immer, extra Würste bei Einkauf von Trauben und Gurken.
Kurzer Abstecher hinunter zum Strand von Akoumia. Landschaftlich ist die
Bucht mit ihrem herrlichen Sand-Kiesstrand und dem klaren Wasser recht
einladend. Zum Duschen geht man in eine der zwei luxiorösen Strandtavernen.
Leider bläst der Wind auch hier so heftig, dass wir auf dem Weg ins
Meer gesandstrahlt werden. Selbst im Meer schwimmen wir mit dem Rücken
zum Wind, damit einen die übers Wasser peitschenden Sandkörner
nicht wie tausend Nadeln ins Gesicht pieksen.
Auch am Triopetra Strand, der nächsten, nur scheinbar durch einen
kleinen Bergrücken etwas geschützter liegenderen Bucht, ist
es kaum weniger windig.
Wir entscheiden uns, unser Glück woanders zu versuchen. Unmittelbar
vorm Kloster-Préveli zweigt links eine frisch asphaltierte Straße
zum gebührenpflichtigen Parkplatz der Préveli-Beach.
Um
zu checken, ob es sich nachmittags überhaupt noch lohnt, die Parkgebühr
auszugeben und zur Beach hinunter zu klettern, spähe ich vom Parkplatz
am Rand der Schlucht ins Tal ... wooooooooowww, grandiose Aussicht...
suppi!!!
Geschwind machen wir uns auf den 15 minütigen Abstieg, und hüpfen,
unten angelangt, abwechselnd ins Meer und das Süsswasserflüsschen.
Sicherlich quillt der Strand tagsüber vor Touris über und der
Tretbootverleih ist nicht unbedingt ne touristische Bereicherung... dennoch
hat es uns hier sehr gut gefallen!
Wir bleiben, bis die Sonne hinter den Bergen verschwindet und es allmählich
kühler wird.
Übrigens, auf der im Müller erwähnten, alternativen Pistenanfahrt
über die "venezianische Brücke" fahren Suzuki-Allradler
kolonnenweise.
Spät abends in Plakias werden wir auf den ausgewiesenen Parkplätzen
am Ende des Strandes, unmittelbar vor der hohen Felswand neben den Duschen,
für heute stellplatztechnisch fündig.
Plakias - Frangokástello
Samstag 04.08.2001
"Frühmorgens" gegen 9.00 Uhr, die Kids pennen natürlich
noch, bringt ein Bad im überraschenderweise kühlem Meer die verschlafenen
Geister auf Trab. Nervig auf Dauer allerdings das 24h täglich laufende
Sandstrahlgebläse... trübt Strand- und Badefreuden merklich!
Übernachtet in Frangokástello.
Frangokástello - Samarai - Frangokástello
Sonntag 05.08.2001
Frangocástello
liegt nur ca. 12km entfernt von Chóra Sfakion. Hierher verfrachtet
eine Fähre mehrmals täglich Samariaschluchtbesucher, die nach
stundenlanger Quälerei am Ende der Schlucht in Agia Rouméli
ankommen.
Frangocástello bietet sich daher als idealer Ausgangspunkt für
einen "antizyklischen" Ausflug in die Samariaschlucht an.
Wir
nehmen die Fähre um 12.30Uhr (3.000 Dr.EW/1500Dr.KD/1.000Dr.P). Etwa
eine Stunde dauert die Fahrt mit der Autofähre, zwischendurch läuft
sie das idyllisch gelegene Dorf Loutró an. Richtung Samariaschlucht
laufen wir dann bergauf mit vielen Pausen gute 2 Std. bis zur engsten
Stelle der Schlucht. Nur wenige Meter oberhalb der Engstelle liegt der
letzte Rastplatz für die seit den frühen Morgenstunden talwärts
laufenden Touris. Die uns entgegenkommenden Touris haben gute 5-7 Stunden
Quälerei hinter sich und viele fragen uns erwartungsvoll, wie weit
es noch sei...
Den Weg zurück schaffen wir in nur einer Stunde und stürzen
uns sogleich in die Fluten. Erstaunt sehen wir einige italienische Womos
oberhalb vom Strand in brütender Hitze stehen.
In Frangokástello gesellen sich heute Nacht gleich zwei Womos zu
unserem, von der Durchgangsstrasse einsehbaren Stellplatz. Zum Baden frühmorgens
sind wir allerdings als erste aus den Federn.
Frangokástello - Georgiopolis - Agios Nikolaos -Kissamos
Montag 06.08.2001
Unterhalb der Festung Frangokástello liegt direkt am Strand eine
alte Mühle, die man im gleich nebenan liegenden Restaurant Mylos
auch anmieten kann. Vom kleinen felsumrandeten Sandstrand vor der Mühle
hat man einen wunderschönen Ausblick aufs Meer und die Festung...
recht idyllisch.
Versorgungstechnisch ist bei uns alles empty... Wasser, Sprit, Kühlschrank
und Portemonaie... nur der Abwassertank ist voll :-(
In Georgiopolis finden wir weder Bankomaten, noch ein öffentliches
WC (nur ein Internet-Cafe, wo man für für 10/20/30Min 500/700/900
Dr. seine Emails checken kann. Leider befindet sich das WC am Fußballfeld
unten am Hafen erst im Bau. Wasser finden wir erst im Gebirge in Agios
Nikolaos an einer Kirche... Kanisterfüllaktion. Kurz vor Chania findet
sich ein Tourist-Info Rastplatz mit zugesch... Sanitäranlagen.
Zwischendurch besuchen wir in Pemónia die Tischlerwerkstatt von
Jórgos Nikiforákis, der stilvolle "Kafenion-Stühle"
mit Schilfgeflecht und Holzschnitzereien fertigt. Die einheimischen Kafeunios
in den umliegenden Orten bevorzugen dunkelbraune Töne... blau getünchte,
wohl nur von geschmacksverirrten Touristen nachgefragte Stuhlversionen,
wie wir sie von unzähligen Postkartenmotiven kennen, hat Jórgos
nur als Kinderstuhl vorrätig. Als Sonderwunsch aber kein Problem
und mit ner Wartezeit von drei bis fünf Tagen verbunden.
Im Dunstkreis von Chania (Moloch) entlang der Küstenstraße
Richtung Kissamos findet sich lange Zeit kein einziger schöner Ort...
nur ein Touri-Nest nach dem anderen.
In Kissamos suchen wir erst etwas herum, bevor wir einen Stellplatz finden.
Gleich am Strand neben der Stranddusche, gegenüber vom Kinderspielplatz
mit WC-Häuschen und Wasserhahn, übernachten wir. Abends dann
noch ein Bummel auf der Stranduferpromenade, wo wir den Abend in einer
Taverne ausklingen lassen.
Kissamos - 1. Versuch Piratenstrand von Balos - Kissamos
Dienstag 07.08.2001
Theo hat sich in den Kopf gesetzt heute Nachmittag die 11km lange Piste
zur Piratenbucht in Angriff zu nehmen. Auf halber Strecke, an einer heftigen
Steigung, gerät vor uns ein junges Rucksackpärchen auf ihrem Motorrad
ins schlingern und stürzt. Am heißen Auspuff zieht sie sich schlimm
aussehende Verbrennungen am Bein zu. Nach kurzem Überreden packen wir
sie und ihre Klamotten kurzerhand ins Womo und bringen sie, ihr Freund fährt
mit dem Motorrad hinterher, ins Hospital nach Kissamos.
... ein zweitesmal wollen wir die Piste heute nicht in Angriff nehmen, deshalb
Schlampampitag.
Kissamos - 2. Versuch Piratenstrand von Balos - Petalida
Mittwoch 08.08.2001
Wer gleich zu Beginn die problematisch schmale Durchfahrt zwischen einigen
Häusern und dem Platia-Baum schafft, rollt zunächst noch auf Asphalt
zum Balos-Hotel. Dann kommt aber ne Schotterpiste mit 1-2 einspurigen Steigungen
und teilweise tief ausgewaschenen Stellen. Nach 6 km rechts ein Kirchlein,
weitere 3 km bis zum Parkplatz mit Taverne... unterwegs hunderte von Bienenhäuschen.
Wegen des Blickes auf die idyllische Bucht ist der Weg insgesamt lohnenswert.
Wer mag, klettert die Steinstufen hinunter, um im nur knie- bis hüfttiefen
Flachwasser zu baden, oder über eine Landzunge auf den Strand der vorgelagerten
Insel zu gelangen. Nicht gerade erfrischend die Temperaturen im flachen
Wasser!
Auf dem Rückweg halten wir noch mal an einigen Bienenkästen direkt
neben der Schotterpiste und beobachten geraume Zeit einen Imker bei seiner
Arbeit. Zunächst öffnet er vorsichtig den Deckel eines Bienenhäuschens,
nebelt die Bienen ein, entnimmt Wabenrahmen und tauscht volle gegen leere
aus.
Am langgestreckten Strand von Petalida finden wir einen Stellplatz mit Duschen,
Tavernen und tollem Sandstrand mit mächtiger Brandung...
Petalida - Kissamos - Gythio (Peleponnes)
Donnerstag 09.08.2001
 Den
Morgen noch planschend verbracht... dann zur Fähre... 7,5 stündige
Überfahrt nach Gythio.
Nur kurz bummeln wir durch Gythio, wo wir uns lediglich mit Obst und Gemüse,
Grillfleisch etc. eindecken und fahren danach in der Dämmerung zum
Stellplatz am Schiffswrack.
Sofort kommen wir mit unseren niederländischen Womonachbarn ins Gespräch.
Unsere Zwockels stürzen sich dann auch gleich mit deren Kids ins Wasser,
entdecken beim Duschen an der Quelle Wasserschildkröten... während
wir bei Brot und Wein mit den Nachbarn klönen.
Lustig die Erfahrungen der Niederländer mit ihrem Colani-Trockenklo...
war beim Gebrauchtkauf schon drin... die Hantiererei mit den Plastikbeuteln
und die vorausschauende Beutelbevorratung erscheint uns "etwas"
gewöhnungsbedürftig.
Gythio - Agios Nikolaos
Freitag 10.08.2001
Es hat sich was getan in Agios... die Uferpromenade ist bis zur Beach
ausgebaut. Eine kleine Mauer, davor einige Pkw-Parkplätze für
die Tagestouris, umfasst den Hausstrand. Wir stellen uns wieder hinter
der Brücke links auf den tagsüber zugeparkten Miniparkplatz
unter Eukalytusbäumen. Brüderlich teilen wir die Reste unserer
Fenistel- und Kuchenbestände mit unseren Rottweiler Womo-Nachbarn...
Helmut ist völlig zerstochen und ähnelt einem Streuselkuchen.
Es wird ein netter Abend!
Agios Nikolaos - Kardamili - Methoni
Samstag 11.08.2001
Nachmittags rollen wir nach Methoni, wo wir mal wieder sehr lecker bei Nikos
speisen. Schon die neue Asphaltstraße in Richtung unserer 92er Traumbucht
lässt böses ahnen... und tatsächlich, eine Höhenbegrenzung
versperrt Womos den Zugang zum Strand. Auf dem Parkplatz der inzwischen
gebauten Taverne möchten wir nicht stehen. Wir fahren einige hundert
Meter zur vorherigen Bucht zurück und rumpeln über ein abgeerntetes
Getreidefeld an den Flachkiesstrand, wo wir die Nacht verbringen.
Methoni- Ana Kopanaki -Elea
Sonntag 12.08.2001
Etwa gegen 10 Uhr trudeln wir in Ana Kopanaki ein. Wie gleich mehrere Womos
belegen, ist der Markt mittlerweile längst kein "Geheimtipp"
mehr. Er hat sogar etwas an Charme verloren, die urigen Werkzeugstände
osteuropäischer Marktbeschicker gib's nicht mehr, dafür jede Menge
neuer Kafeníons. Ansonsten Obst, Gemüse, viel Tuch und Kleidung
und Kleintier- und Federvieh. Dennoch schmecken uns Fetabrötchen und
Spanferkel beim Frühstücksbrunch am Bahngleis vorzüglich.
Danach Weiterfahrt nach Elea...
Elea - Patras - Venedig -Gronau
Montag - Mittwoch 13.08.-15.08.2001
Schlampampitag...
da Gudi und Theo gestern von der Wucht der Meeresbrandung unsanft an den
Strand geworfen wurden... Schürfwunden incl., ist heute kein Badetag.
Elea ist proppenvoll, viele griechische Dauercamper rechts im Kiefernwäldchen,
linkerhand massive Womoansammlungen, an der Stranddusche gibt es Warteschlangen.
Dennoch fanden wir gestern mit Hilfe unserer freundlichen griechischen
Zeltnachbarn eines schattig-lauschiges Plätzchen unter knorrigen
Kiefern.
Amüsant auch der Grieche, der seinen Pritschen-Dodge samt Wohnwagen,
Jet-Ski Booten und Motorrädern per Seilwinde 150 Meter auf die Düne
gewuchtet hat.
Spät nachmittags fahren wir los Richtung Patras... nur widerwillig
rückt Theo mit der Wahrheit heraus. Unsere Fähre, die Blue Sky
von Strintzis, ist ein recht kleiner betagter Pott - ohne Pool - unsere
Kids sind enttäuscht, für sie fast eine Katastrophe. Rüffel!!!
... wie üblich :-( düsen wir die 1.236km bis Zuhause nonstop
durch.
©
02.04.2003
Theo und Barbara Engbrink
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