Paddeln auf der Dordogne - Frankreich

Aktuell: Der größte Kanuverleih im Tal safaraid bietet, neben dem Verleih von Booten, mittlerweile auch den Rücktransport von Individualpaddlern per Bus auf der Strecke Argentat, Beaulieu, St. Denis, St. Sozy, Souillac, St. Julien, Vitrac, Beynac an. Damit dürfte das leidige Transportproblem und die Rückholung der Crew und Ausrüstung mittels eigenem PKW/Womo sich wesentlich vereinfachen.

Mit unserem Trum'le ist der Transport unseres Gatz-Kanus bis dato leider noch immer nur mit Hänger möglich. Daher hat es in den letzten Jahren meist auch nur für ein verlängertes Wochende Anfang Mai auf der Ourthe (Ardennen) gereicht. Viel besser hatten wir es da noch mit unserem Bus, mit dem wir vollbepackt mit Fahrrädern und geschultertem Kanu jeweils im Juli/August 91+92 zwei/drei Wochen an der Dordogne verbrachten. Da wir neben einem landschaftlich schönen Wanderflüßchen auch Stromschnellen mögen, haben uns die ersten drei Streckenabschnitte (siehe nebenstehende Karte) am besten gefallen. Danach gibt es zwar noch ein Teilstück vorbei am Cingle de Montfort... fanden wir 92 aber nicht unbedingt wiederholenswert. Auch die Taktik, mit dem Bus andauernd weiter flußabwärts dem Kanu folgend neue Campingplätze anzusteuern, änderten wir im darauffolgendem Jahr.

Barbara und Bulli - 15739 ByteStatt dessen richteten wir uns mehrere Tage fest auf unserem Lieblingscampingplatz Le Salou (hinter Argentat) ein, von wo wir den ersten Streckenabschnitt gleich mehrmals abpaddelten und Ausflüge in die Gegend machten. Nur einmal versetzten wir unser Womo zwischenzeitlich für zwei Nächte, aus transporttechnischen Gründen, auf den Camping municipal nach Beaulieu, um auch die letzten beiden Etappen abpaddeln zu können. Im Gegensatz zu den Campingplätzen in Argentat oder am Echo du Malpas überfallen Le Salou Kanubegeisterte nicht gleich hordenweise, dafür gibt's aber jede Menge französischer und niederländischer Familien.

Kanu-Siesta am Dordogneufer - 15157 ByteSo richtig toll ist es in Salou eigentlich erst dann, wenn man einen Stellplatz direkt am Dordogneufer hat. Dazu braucht man entweder Glück (91 wurde zufällig für zwei Tage ein Platz frei), oder man muss reservieren (was eigentlich nicht unbedingt unser Ding ist). Mit dem Kanuverleiher unseres Campingplatzes hatten wir vereinbart, dass er uns mitsamt Kanu von Beaulieu wieder retour bringen sollte.

Stromschnelle - 14823 ByteDieser erste Streckenabschnitt hat es uns besonders angetan, da es wegen der vielen kleineren und größeren Stromschnellen der "spritzigste" ist. Da wir in Le Salou einsetzen, liegt der L' Echo du Malpas (Engstelle) bereits hinter uns. Die Stromschnelle auf nebenstehendem Bild liegt unmittelbar vor Beaulieu und wirft eine ungeübte Crew schon mal über Bord. Man kann sie aber auch über einen Seitenarm, der rechts vorbeiführt, umfahren. Gemächlich angegangen, mit vielen Pausen auf den zahlreichen Kiesbänken, braucht man für die 24 km ca. 6 Stunden. Man schaffts im Turbogang aber auch in 3,5 Stunden. Tagsüber herrscht reges Treiben auf dem Fluß, da immer gleich pulkweise Kanus den Fluß hinunterpaddeln. Ab 17.00 Uhr gehörte die Dordogne den Anglern, die hüfttief im Wasser stehen, während langsam Nebel über dem Wasser aufzieht.

In Beaulieu findet man mit dem Camping municipal einen einfachen, aber ausgesprochenen günstigen Stellplatz, idyllisch auf einer kleinen Flußinsel gelegen. Aus Richtung Argentat gelangt man mit dem Kanu zum Campingplatz über einen links abzweigenden Seitenarm... in den man direkt über eine rasante Bootsrutsche hineinplatscht, oder mittels anlanden und umtragen dieser Rutsche einsetzt.
Zum Ort sind es nur wenige hundert Meter und schon sitzt man irgendwo bei Pastis und ... Ab Beaulieu gestaltet sich die Organisation des Rücktransportes von Carennac zum Campingplatz in Beaulieu etwas schwieriger. Am vielversprechendsten ist es alle Kanufahrer auf dem Camping municipal und dem benachbarten Campingplatz anzuquatschen um Fahrgemeinschaften Auszuloten.

Höhlenforscher - 15048 ByteBei uns hat's meistens prompt geklappt! Zwar ist die Sucherei nach Gleichgesinnten und das vorbringen eines Fahrzeuges immer etwas mühsam, aber allemal besser als sich notfalls mit dem Taxi zurückfahren zu lassen... sauteuer! Wir hatten das Glück zwei Pärchen bei einer Kiesbankpause gleich auf dem ersten Streckenabschnitt kennenzulernen, mit denen wir uns für die verbleibenden obengenannten Teilstrecken verabredeten.
Unmittelbar vorm Wehr in Carrenac, dessen Bootsrutsche zur Weiterfahrt man lieber meiden sollte um stattdessen am rechten Flußufer auszusteigen um's Wehr zu überwinden, beendeten wir die 2. Etappe am Campingplatz auf der linken Uferseite.
Statt, wie wir, beide Touren von Beaulieu aus zu starten, könnte man auch den Campingplatz in Pinsac mit Aussicht auf die steilen Felswände ansteuern.
Der letzte Streckenabschnitt von Floirac nach Pinsac ist landschaftlich wieder ein Höhepunkt. Kurz vor Pinsac steigen links steil Felsen auf und es gibt eine kleine Felsöffnung in die man mit dem Kanu (und Taschenlampe) ca. 50 m tief hineinfahren kann.

Schloß am Dordogneufer - 14758 ByteNeben dem Paddelparadies auf der Dordogne hält die Gegend aber noch ne Menge anderer lohnenswerter Ausflugsziele in unmittelbarer Nähe parat. Interessant ist z.B. der Besuch einiger Höhlen, von denen es hier ne Menge gibt.
Zu nennen wären da z.B.:
- der Gouffre de Padirac
- die Grottes de Lacave
oder aber auch das Städtchen Rocamadour. Einen kulinarischen Tip wollen wir auch noch loswerden... in Bretenoux zweigt mitten im Ort die D14 Richtung Carennac ab. Nur wenige hundert Meter sind es, bis links ein klitzekleines Restaurant auftaucht das von einen honorigem älteren Ehepaar geführt wird. Hier isst man wie bei Muttern.

Altstadt von Sarlat - 15166 ByteEtwas weiter entfernt liegt Sarlat, eine Stadt mit mittelalterlichem Stadtkern, deren Besuch insbesondere am Samstag, wenn Markttag ist, lohnenswert ist. Darüberhinaus gibt es hier aber auch noch ein Automuseeum mit französischen Oldtimern der 40 und 50er Jahre. Wer sich den Streckenabschnitt der Dordogne am Cingle de Montfort doch nicdht entgehen lassen möchte (unbedingt die landschaftlich atemberaubende D 703 ab Rouffillac fahren!) und ohnehin irgendwo in der Nähe auf einem Campingplatz nächtigt, sollte unbedingt einen Abstecher nach Le Bugue machen.

Aquarium in Le Bugue - 14857 ByteHier gibt es das L'aquarium du Périgord Noir, ein Aquarium das harmonisch in den natürlich gewachsenen Fels gebaut ist und in dem man u.a. die regionale Vielfalt an Forellenarten bewundern kann. Von einem Unterwassertunnel aus hat man einen tollen Ausblick auf die Unterwasserwelt und die dahinter sich erhebende natürliche Felskulisse. Nur ein kurzes Stück weiter das Tal der Vezere hinauf, in les Eyzies finden sich Überreste steinzeitlicher Besiedlung.

Felshöhlen - 15399 ByteAllein schon landschaftlich sehenswert sind die natürlich entstandenen Felshöhlen am roque St. Christophe, in denen bereits vor 50.000 Jahren prähistorische Steinzeitmenschen siedelten. Aufgrund der geschützten Lage bewohnten bis ins Mittelalter hinein Menschen den Fels, den sie weiter ausbauten. Unter die Kategorie "muß man nicht unbedingt gesehen haben" fällt der Prehistoricpark de Tursac, wo Szenen steinzeitlichen Alltags in GFK(?) dargestellt sind.

© 05.06.2001 Theo und Barbara Engbrink